Gotthard AG
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Der heilige Bischof Gotthard (Godehard, 960-1038, Heiligsprechung 1131). Gotthardkapelle, Gotthard-Passhöhe. Der heilige Gotthard ist der Patron der Gotthard Media.

Reichersdorf in Bayern ist der Geburtsort des heiligen Gotthard. Im Kanonikerstift Niederaltaich für den geistlichen Stand gebildet, wurde er später Probst dieses Stiftes, welches Herzog Heinrich von Bayern, später deutscher Kaiser und auch ein Heiliger, in ein Benediktinerkloster umwandelte. Da bat denn der eifrige Diener Gottes um das heilige Ordenskleid. Er war damals dreißig Jahre alt.
Gotthard war vom wahren Ordensgeist durchdrungen. Nach des ersten Abtes Tod zu dessen Nachfolger erwählt, hob er das klösterliche Leben derart, daß seine Abtei ein Muster für alle deutschen Benediktinerklöster wurde. Der Heilige mußte sogar längere Zeit sein Kloster verlassen, um die Stifte Tegernsee, Hirschfeld und Kremsmünster zu reformieren. Vierundzwanzig mühevolle Jahre widmete er dieser Arbeit, worauf er sich in sein liebes Niederaltaich zurückzog, um demselben wieder seine volle Vaterliebe zuzuwenden.

In seinem 60. Lebensjahr wurde er noch auf den Bischofsstuhl von Hildesheim berufen. Weinend verließ er das ihm so teure Kloster, um seiner neuen Herde nun ein ebenso seeleneifriger Bischof zu sein, als er der früheren ein wahrhaft väterlicher Abt war.

Gott verherrlichte ihn durch viele Wunder. Durch das heilige Kreuzzeichen allein heilte Gotthard die langwierigsten Augenschmerzen und andere Krankheiten und erweckte Tote zum Leben. Da war ein junger Mann in einem Fluß ertrunken. Die untröstliche Mutter klagte es dem Heiligen. Da betete dieser über die dem Wasser enthobene Leiche, nahm sie bei der Hand und sprach: «Jüngling, ich sage dir, steh auf!» Der junge Mann stand auf und den Bischof anblickend, bat er ihn um die heilige Beichte und Kommunion. Nach Empfang dieser Sakramente sprach er: «Laßt mich nun im Frieden sterben, denn wenn ich bei so vielen Gefahren länger lebe, so könnte ich sündigen und ewig zu Grunde gehen.» – «So entschlafe denn wieder, mein Sohn, ruhig und selig im Namen Jesu Christi!», sprach Bischof Gotthard. Der junge Mann antwortete mit «Amen» und gab seinen Geist auf.

Bischof Gotthard verwendete noch treu seine alternden Kräfte im Dienste der Kirche. Die Zeit seines Todes sah und sagte er voraus. Sein heiliger Leib wurde in der Domkirche von Hildesheim beigesetzt, wo der Herr die Heiligkeit seines Dieners durch zahlreiche Wunder bestätigte. Der berühmte St.-Gotthard-Paß trägt ihm zu Ehren seinen Namen. 

(Quelle: P.Philbert Seeböck OSfr: Kleine illustrierte Heiligen-Legende; Lektor der Theologie. Benziger 1886)
   
   
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